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Trockenbau im Gewerbe: Wie lassen sich Schall- und Brandschutz gleich mit einbauen?

Autorenbild: Daniel Wallraffen
Daniel Wallraffen
vor 3 Stunden
5 Min. Lesezeit

Eine neue Trennwand im Betrieb ist selten nur eine Trennwand. Sie soll meistens auch Lärm abhalten, im Brandfall standhalten und dabei möglichst schnell fertig sein, ohne dass der laufende Betrieb wochenlang stillsteht. Genau diese Kombination lässt sich mit Trockenbau oft gezielter lösen als mit klassischem Massivbau.


Das Wichtigste in Kürze

•      Trockenbau errichtet Wände, Decken und Verkleidungen mit Metallprofilen und Gipsplatten, ohne nassen Mörtel und ohne lange Trocknungszeiten.

•      Typische Einsatzgebiete im Gewerbe sind Trennwände, abgehängte Decken, Vorsatzschalen für Dämmung, Dachschrägen und Rohr- oder Installationsverkleidungen.

•      Trockenbauwände lassen sich gezielt als Schallschutz- oder Brandschutzwand aufbauen, je nachdem, welche Anforderung im jeweiligen Bereich gilt.

•      Gegenüber dem Massivbau punktet Trockenbau vor allem mit kurzer Bauzeit und geringem Gewicht, was bei nachträglichen Umbauten im Bestand oft den Ausschlag gibt.

•      Rohr- und Installationsverkleidungen aus Trockenbau lassen sich mit der dahinterliegenden Wärme-, Kälte- oder Schalldämmung kombinieren.


Was unterscheidet Trockenbau von klassischem Massivbau?

Trockenbau errichtet Wände, Decken und Verkleidungen aus Metallprofilen, die mit Gipsplatten beplankt werden, ohne dass dabei nasser Mörtel oder Putz zum Einsatz kommt. Massivbau dagegen arbeitet mit gemauerten oder betonierten Bauteilen, die feucht eingebracht werden und entsprechend Zeit zum Aushärten und Trocknen brauchen, bevor sie weiter bearbeitet werden können.

Der praktische Unterschied zeigt sich vor allem in der Bauzeit: Eine Trockenbauwand kann innerhalb weniger Tage stehen und direkt weiterverarbeitet werden, während eine massive Wand erst durchtrocknen muss, bevor Anstrich oder weitere Ausbauarbeiten folgen können. Dafür bringt Massivbau in bestimmten Situationen Vorteile bei Masse und Speicherfähigkeit mit, die je nach Anforderung ebenfalls relevant sein können.

Kriterium

Trockenbau

Massivbau

Bauzeit

Kurz, keine Trocknungszeiten

Länger, Aushärte- und Trocknungsphasen nötig

Gewicht

Leicht

Deutlich schwerer

Nachträgliche Anpassung

Flexibel, gut nachrüstbar

Aufwendiger, meist mit Aufbrucharbeiten verbunden

Schall- und Brandschutz

Durch gezielten Systemaufbau erreichbar

Durch Masse und Materialstärke erreichbar

Typischer Einsatz im Bestand

Trennwände, Vorsatzschalen, abgehängte Decken

Tragende Wände, Neubauten

 


Wo kommt Trockenbau im Gewerbe- und Industriebetrieb zum Einsatz?

Im Gewerbebau wird Trockenbau vor allem für Innenwände, Decken und Verkleidungen eingesetzt, die keine tragende Funktion übernehmen müssen. Dazu zählen Trennwände zur Abtrennung von Büro-, Lager- oder Produktionsbereichen, abgehängte Decken, Vorsatzschalen, die eine zusätzliche Dämmschicht vor eine bestehende Wand setzen, ausgebaute Dachschrägen und Dachböden sowie Rohr- und Installationsverkleidungen, die Leitungen optisch und funktional verkleiden.

Gerade bei Rohr- und Installationsverkleidungen ergibt sich eine direkte Verbindung zu den übrigen Isolierleistungen: Hinter der sichtbaren Trockenbauverkleidung liegt häufig eine Wärme- oder Kälteisolierung der Leitung selbst, die durch die Verkleidung zusätzlich geschützt und optisch verdeckt wird. Wer beide Gewerke aus einer Hand plant, vermeidet Reibungsverluste an der Schnittstelle zwischen Dämmung und Verkleidung.

Auch bei Dachschrägen und ausgebauten Dachböden in Gewerbeimmobilien zeigt sich der Vorteil des Trockenbaus deutlich: Zwischen den Sparren lässt sich Dämmmaterial einbringen, bevor die Gipsplatten die Fläche verschließen, sodass Dämmung und Verkleidung in einem Arbeitsgang entstehen. Bei nachträglichen Umbauten im Bestand, etwa wenn ein bisher ungenutzter Dachboden als Lager- oder Büroraum hergerichtet werden soll, ist das oft die praktikabelste Lösung, weil aufwendige Eingriffe in die vorhandene Dachkonstruktion vermieden werden.


Sie planen eine neue Trennwand oder Verkleidung im Betrieb? Fordern Sie ein Angebot für Ihren Trockenbau an.



Wie werden Schall- und Brandschutz in eine Trockenbauwand eingebaut?

Anders als bei einer massiven Wand entsteht die Schall- oder Brandschutzwirkung einer Trockenbauwand nicht allein durch die Masse eines einzelnen Materials, sondern durch den gezielten Aufbau aus mehreren Schichten: Metallständerwerk, ein- oder mehrlagige Beplankung, Dämmstoff im Hohlraum und gegebenenfalls eine entkoppelte Konstruktion, die Schall nicht direkt von einer Seite zur anderen weiterleitet.

Bei Brandschutzwänden kommt es zusätzlich auf die Plattenanzahl, die Plattendicke und die verwendeten Materialien an, die gemeinsam die Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion bestimmen. Welche Anforderungen an eine Wand oder Decke im Detail gelten, hängt vom jeweiligen Brandschutzkonzept des Gebäudes ab. Was W&S hier leistet, steht auf der Seite Brandschutz, die Grundlagen zu Feuerwiderstandsklassen erklärt unser Ratgeber zur Rohr- und Kabelabschottung. Für die schalltechnische Auslegung einer Trennwand oder Bürowand ist wiederum relevant, welche Lärmanforderungen im jeweiligen Raum gelten, die Grenzwerte dazu stehen in unserem Ratgeber zu Lärm am Arbeitsplatz, die Leistung selbst unter Schallschutzisolierung.

In der Praxis bedeutet das für einen Bauleiter oder Facility Manager: Die Anforderung an eine Trockenbauwand sollte am Anfang der Planung feststehen, nicht erst nach dem Aufbau der Ständerkonstruktion. Eine nachträgliche Umrüstung einer bereits fertigen Wand auf eine höhere Schall- oder Brandschutzklasse ist deutlich aufwendiger als die richtige Planung von Anfang an.

Ein weiterer Punkt, der bei Gewerbeprojekten häufig unterschätzt wird, ist der Übergang zwischen zwei Wandabschnitten mit unterschiedlicher Anforderung, etwa dort, wo eine Brandschutzwand an eine reine Trennwand ohne besondere Anforderung anschließt. An solchen Übergängen muss die Konstruktion so ausgeführt werden, dass die höhere Anforderung nicht durch eine Schwachstelle am Anschluss unterlaufen wird. Das betrifft sowohl die Anschlussfugen an tragende Bauteile als auch Durchdringungen für Kabel oder Lüftungsleitungen, die durch eine Brandschutzwand geführt werden sollen.


Rufen Sie uns unter 02166 678815 an, wenn Ihre Trennwand zusätzlich Schall- oder Brandschutzanforderungen erfüllen muss.



Worauf sollten Sie bei der Auswahl eines Fachbetriebs für Trockenbau achten?

Wichtig ist, dass der Fachbetrieb nicht nur die reine Montage von Ständerwerk und Platten beherrscht, sondern auch versteht, welche Schall- und Brandschutzanforderungen im jeweiligen Bereich gelten und wie sich diese in einem passenden Wandaufbau umsetzen lassen. Gerade bei Gewerbe- und Industriegebäuden mit unterschiedlichen Nutzungen in einem Gebäude lohnt sich ein Betrieb, der Trockenbau nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz denkt.

W&S Isolierungen bringt als Meisterbetrieb für Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisolierung genau diese Kombination mit und bietet Trockenbau als Ergänzung zu den übrigen Isolierleistungen an. Mit Standorten in Mönchengladbach und Düsseldorf sowie Erfahrung aus über 4.000 Projekten im Großraum Mönchengladbach und ganz NRW kann das Unternehmen Trockenbau, Dämmung und Brandschutz aus einer Planung heraus koordinieren.

Für Bauleiter, die mehrere Gewerke gleichzeitig koordinieren müssen, ist das ein praktischer Vorteil: Statt Trockenbauer, Dämmfachbetrieb und Brandschutzplaner getrennt zu beauftragen und deren Ausführung im Nachhinein aufeinander abzustimmen, laufen Aufmaß, Materialauswahl und Montage bei einem einzigen Ansprechpartner zusammen. Das verringert das Risiko, dass an einer Schnittstelle, etwa zwischen Wandaufbau und Rohrverkleidung, eine Anforderung übersehen wird, weil kein Beteiligter die Gesamtsituation im Blick hatte.



Häufige Fragen zu Trockenbau im Gewerbe


Ist Trockenbau für tragende Wände geeignet?

Nein, Trockenbaukonstruktionen aus Metallprofilen und Gipsplatten sind für nicht tragende Innenwände, Verkleidungen und abgehängte Decken ausgelegt, nicht für tragende Bauteile.


Wie schnell lässt sich eine Trockenbauwand im laufenden Betrieb errichten?

Trockenbauwände lassen sich vergleichsweise schnell aufbauen, da keine Trocknungszeiten wie bei Mörtel oder Putz abgewartet werden müssen. Die genaue Bauzeit hängt von der Größe der Wand und den zusätzlichen Anforderungen an Schall- oder Brandschutz ab.


Kann eine bestehende Trockenbauwand nachträglich schallgedämmt werden?

Eine nachträgliche Verbesserung ist möglich, etwa durch eine zusätzliche Vorsatzschale mit Dämmung, meist aber aufwendiger als eine Wand, die von vornherein mit dem passenden Aufbau geplant wurde.


Was ist eine Vorsatzschale, und wofür wird sie eingesetzt?

Eine Vorsatzschale ist eine zusätzliche, vorgesetzte Trockenbaukonstruktion vor einer bestehenden Wand, in deren Hohlraum Dämmstoff eingebracht wird. Sie verbessert Wärme- oder Schalldämmung einer Bestandswand, ohne dass die ursprüngliche Wand selbst verändert werden muss.


Eignet sich Trockenbau auch für Rohr- und Installationsverkleidungen?

Ja, Trockenbau wird häufig eingesetzt, um Leitungen und Installationen optisch zu verkleiden und gleichzeitig die dahinterliegende Dämmung zu schützen. Dabei sollten Verkleidung und Dämmung von Anfang an aufeinander abgestimmt geplant werden.


Sie kombinieren Trockenbau mit Schall- oder Brandschutzanforderungen? Fordern Sie jetzt ein Angebot an oder schreiben Sie an info@wus-isolierungen.de.



Quellen

Für diesen Artikel konnte keine spezifische, inhaltlich geprüfte Norm zu Gipsplatten-Trockenbausystemen (z. B. DIN 18180, DIN 18181, DIN 18182) als Quelle herangezogen werden, da die Website des Bundesverbands der Gipsindustrie (gips.de) keine im Detail abrufbaren Normeninhalte lieferte. Entsprechende Normverweise wurden deshalb bewusst weggelassen. Aussagen zu Feuerwiderstandsklassifizierung und Abschottung stützen sich auf die Quellen im Artikel „Rohr- und Kabelabschottung: Was muss an Wanddurchbrüchen beachtet werden?", Aussagen zu Lärmgrenzwerten auf die Quellen im Artikel „Lärm am Arbeitsplatz: Ab welchem Pegel muss ein Betrieb handeln?".

 
 
 

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